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Necrophosis Subconsciousness Key Art
Tests

Necrophosis Subconsciousness im Test – Wenn sogar der Albtraum nochmal einen Keller hat

Eyüp Murat
Letztes Update: 10. Juni 2026 17:39
Eyüp Murat
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14 Minuten Lesezeit
Necrophosis Subconsciousness Key Art

Necrophosis Subconsciousness ist keine Erweiterung, die mit der Tür ins Haus fällt. Das DLC klopft nicht mal an. Es steht einfach nachts im Flur, atmet schwer und wartet darauf, dass du selbst merkst, dass hier irgendwas ganz gewaltig nicht stimmt. Das Hauptspiel Necrophosis erschien am 25. April 2025 für PC auf Steam und wurde von Dragonis Ares und Adonis Brosteanu entwickelt. Veröffentlicht wurde es von Dragonis Games. Necrophosis Subconsciousness erschien am 28. Mai 2026 als DLC für PC auf Steam und setzt das Hauptspiel voraus. Am gleichen Tag kam mit Necrophosis Full Consciousness auch das komplette Paket für PlayStation 5 und Xbox Series X und S, veröffentlicht von PQube, inklusive Hauptspiel und DLC. Klingt erstmal nach klassischem Horror Adventure, aber Necrophosis ist weniger Spukhaus und mehr Albtraum Kunstgalerie mit Knochen Deko, religiösem Untergang und Kreaturen, bei denen man sich fragt, ob die Architektur krank ist oder die Krankheit Architektur spielt.

Inhalt
  • Der Kopf macht Feierabend
  • Das Hauptspiel als Fundament aus Knochen und schlechter Laune
  • Wenn HR Giger und Beksinski zusammen einen schlechten Traum vermieten
  • Gameplay mit Tasche voll Ekel Zeug
  • Der DLC und die Sache mit der Länge
  • Subconsciousness erzählt nicht, es murmelt aus der Wand
  • Atmosphäre zum Einatmen aber bitte nicht zu tief
  • Die Technik hält den Albtraum zusammen
  • Horror ohne Zähne aber mit sehr komischem Lächeln
  • Wo Necrophosis Subconsciousness glänzt
  • Wo der Albtraum kurz stolpert
  • Für wen lohnt sich das DLC
  • Fazit – Wenn der Kopf noch nicht genug gelitten hat

Der Kopf macht Feierabend

Necrophosis war schon im Hauptspiel ein ziemlich spezieller Trip. Du läufst durch eine Welt, in der wirklich alles aussieht, als hätte jemand Tod, Religion, Verfall und kosmischen Wahnsinn in einen Mixer geworfen und danach gesagt, joa, mach mal daraus ein Level. Necrophosis Subconsciousness geht genau diesen Weg weiter, aber noch etwas enger, persönlicher und merkwürdiger. Der DLC will nicht größer wirken, sondern tiefer. Und das passt tatsächlich ziemlich gut. Statt einfach neue Räume an das Hauptspiel zu kleben, fühlt sich Subconsciousness eher so an, als würde man unter die ohnehin schon kaputte Oberfläche schauen. Also genau dahin, wo ein normales Spiel vielleicht ein paar Aktennotizen versteckt. Necrophosis versteckt dort lieber Augen, Organe, Symbole und Wesen, die aussehen, als hätten sie seit ungefähr drei Weltuntergängen nicht mehr geschlafen.

Das Hauptspiel als Fundament aus Knochen und schlechter Laune

Bevor man über den DLC spricht, muss man kurz über Necrophosis selbst sprechen. Das Hauptspiel ist ein First Person Horror Adventure, aber Horror bedeutet hier nicht, dass dir alle zwei Minuten ein Monster ins Gesicht springt. Necrophosis arbeitet viel langsamer. Es zeigt dir eine riesige tote Landschaft, lässt dich durch Ruinen, Tempel und fleischige Monumente wandern und sagt dann ziemlich trocken, viel Spaß beim Verstehen. Es gibt keine Waffen, kein klassisches Kampfsystem und auch keinen großen Action Druck. Stattdessen erkundest du Umgebungen, sammelst Gegenstände, setzt sie an grotesken Orten ein und versuchst nebenbei zu begreifen, was diese Welt überhaupt von dir will. Und ganz ehrlich, manchmal hatte ich das Gefühl, diese Welt weiß es selbst nicht mehr so genau. Aber sie sieht dabei verdammt beeindruckend aus.

Necrophosis Subconsciousness Screenshot

Wenn HR Giger und Beksinski zusammen einen schlechten Traum vermieten

Die große Stärke von Necrophosis ist ganz klar die Optik. Das Ding sieht aus wie ein Gemälde, das man eigentlich nicht zu lange anschauen sollte, weil es sonst anfängt zurückzugucken. Überall Knochenstrukturen, riesige Statuen, verwachsene Körper, zerfallene Götter und Architektur, die nicht gebaut wirkt, sondern gewachsen, gestorben und dann aus Trotz stehen geblieben ist. Necrophosis Subconsciousness nutzt diese Bildsprache wieder sehr stark, aber es wirkt noch mehr wie ein Blick in etwas Inneres. Die Orte fühlen sich weniger wie normale Level an und mehr wie Erinnerungen, die jemand in feuchtem Beton konserviert hat. Das ist extrem atmosphärisch und manchmal wirklich stark. Man bleibt stehen, dreht die Kamera und denkt kurz, okay, wer hat das gebaut und warum sollte diese Person dringend Urlaub nehmen.

Gameplay mit Tasche voll Ekel Zeug

Spielerisch bleibt Necrophosis Subconsciousness ziemlich nah am Hauptspiel. Du läufst herum, suchst Gegenstände, bringst sie an den richtigen Ort und schaltest damit den nächsten Abschnitt frei. Manchmal sind das Augen, manchmal Herzen, manchmal andere Dinge, die man in einem normalen Haushalt eher nicht im Regal lagert. Die Rätsel sind selten schwer. Meistens geht es darum, aufmerksam zu sein und zu erkennen, welches eklige Objekt zu welcher noch ekligeren Kreatur gehört. Das funktioniert, weil die Welt so stark gestaltet ist, aber man sollte hier keine Puzzle Meisterprüfung erwarten. Wer bei Rätseln gerne seinen Kopf gegen die Wand wirft, bekommt hier eher ein leichtes Stirnklopfen. Necrophosis Subconsciousness will nicht deine Logik zerlegen, sondern deine Stimmung. Und darin ist es deutlich besser.

Necrophosis Subconsciousness Screenshot

Der DLC und die Sache mit der Länge

Der wichtigste Kritikpunkt bei Necrophosis Subconsciousness ist ziemlich simpel. Das DLC ist kurz. Sehr kurz. Man kann das Ganze locker in einer Sitzung durchspielen, je nach Spielweise sogar deutlich unter einer Stunde. Das ist erstmal nicht automatisch schlimm, weil der DLC auch genau so aufgebaut ist. Er will keine riesige zweite Kampagne sein, sondern ein konzentrierter Nachklang. Ein dunkler Bonusraum im Kopf des Hauptspiels. Trotzdem bleibt am Ende dieses Gefühl, dass hier noch mehr möglich gewesen wäre. Gerade weil die Idee mit dem Unterbewusstsein so gut passt, hätte man gerne mehr gesehen. Mehr seltsame Räume, mehr kaputte Erinnerungen, mehr dieser Momente, in denen man nicht weiß, ob man gerade ein Rätsel löst oder eine Therapie abbrechen sollte.

Subconsciousness erzählt nicht, es murmelt aus der Wand

Die Story von Necrophosis Subconsciousness ist wie schon im Hauptspiel sehr kryptisch. Hier wird dir nichts sauber erklärt. Es gibt keine Figur, die sich hinstellt und sagt, so mein Freund, hier ist die Lore Präsentation mit drei Folien und einem schlecht formatierten Zeitstrahl. Stattdessen bekommst du poetische Hinweise, Symbole, kurze Begegnungen und Bilder, die mehr andeuten als aussprechen. Das kann faszinierend sein, wenn man sich darauf einlässt. Es kann aber auch anstrengend werden, wenn man irgendwann einfach mal wissen möchte, was hier eigentlich abgeht. Necrophosis Subconsciousness ist in dieser Hinsicht wie jemand, der eine Antwort kennt, sie aber nur rückwärts in einer Kirche flüstert. Stilvoll, ja. Verständlich, eher so mittel.

Necrophosis Subconsciousness Screenshot

Atmosphäre zum Einatmen aber bitte nicht zu tief

Was der DLC richtig gut macht, ist Atmosphäre. Der Sound ist minimalistisch, düster und unangenehm. Keine Musik, die ständig sagt, jetzt bitte Angst haben. Eher ein Dröhnen, Flüstern, Knarzen und organisches Matschen im Hintergrund. Dieses Sounddesign passt perfekt zur Optik. Wenn du durch die Umgebungen läufst, fühlt sich die Welt leer an, aber nie wirklich verlassen. Eher so, als wäre alles noch da, nur nicht mehr in einer Form, die man gerne beim Namen nennen möchte. Necrophosis Subconsciousness lebt genau von diesem Gefühl. Es ist kein lauter Horror. Es ist eher dieser stille Horror, bei dem du merkst, dass du seit einer Minute auf ein Gebilde schaust und dir nicht sicher bist, ob es ein Altar, ein Gesicht oder ein sehr ungesundes Möbelstück ist.

Die Technik hält den Albtraum zusammen

Technisch macht Necrophosis insgesamt einen ordentlichen Eindruck. Gerade die Umgebungen tragen viel, weil die visuelle Gestaltung so dominant ist. Es gibt viele Details, organische Formen, große Kulissen und animierte Objekte, die dem Ganzen Leben geben. Oder eher Untod. Necrophosis Subconsciousness profitiert davon, weil der DLC nicht über Masse kommt, sondern über Dichte. Jeder Raum muss sitzen, weil es nicht viele davon gibt. Das klappt größtenteils gut. Man merkt aber auch, dass die Interaktion selbst simpel bleibt. Die Steuerung erfüllt ihren Zweck, die Bewegung ist eher langsam und die Spielwelt führt einen klar durch die Erfahrung. Wer hier freie Erkundung oder komplexe Systeme erwartet, wird enttäuscht. Wer ein kurzes, stark inszeniertes Horror Kunststück will, bekommt genau das.

Necrophosis Subconsciousness Screenshot

Horror ohne Zähne aber mit sehr komischem Lächeln

Necrophosis Subconsciousness ist nicht wirklich gruselig im klassischen Sinne. Es ist eher unheimlich, eklig und seltsam bedrückend. Man erschrickt nicht ständig, man ekelt sich eher kontrolliert durch die Kulissen. Das kann man kritisieren, weil Horror eben oft mit Spannung, Gefahr und Bedrohung verbunden wird. Hier ist die Bedrohung mehr im Kopf als im Raum. Du stirbst nicht dauernd, du kämpfst nicht, du flüchtest nicht panisch durch Korridore. Du gehst. Du schaust. Du sammelst ein Ding ein, das du lieber mit Handschuhen anfassen würdest, und bringst es zu einem Wesen, das definitiv keinen normalen Hausarzt hat. Für mich funktioniert das, solange man weiß, worauf man sich einlässt. Wer Action Horror sucht, ist hier falsch. Wer morbide Kunst mit Puzzle Spaziergang sucht, ist näher dran.

Wo Necrophosis Subconsciousness glänzt

Der DLC glänzt immer dann, wenn er seine Bilder wirken lässt. Diese surrealen Räume, diese Mischung aus Verfall, Spiritualität und Körperhorror, das ist schon stark. Necrophosis Subconsciousness hat ein sehr klares Gefühl für Stimmung. Es geht nicht darum, dir möglichst viele neue Features auf den Teller zu werfen. Es geht darum, noch einmal tiefer in diese kaputte Welt zu gehen und dort ein paar neue Bilder mitzunehmen, die man nicht sofort wieder aus dem Kopf bekommt. Das ist der größte Erfolg des DLCs. Er erweitert Necrophosis nicht mechanisch riesig, aber emotional und visuell passt er gut dazu. Es fühlt sich wie ein zusätzlicher Blickwinkel an. Nicht notwendig für jeden, aber für Fans des Hauptspiels durchaus sinnvoll.

Wo der Albtraum kurz stolpert

Die Schwächen sind aber genauso klar. Necrophosis Subconsciousness ist zu kurz, um wirklich nachhaltig neue Ideen aufzubauen. Die Rätsel bleiben sehr einfach. Die Erzählung bleibt so abstrakt, dass manche Spieler irgendwann abschalten könnten. Und wenn man mit dem Hauptspiel schon das Problem hatte, dass man zu oft nur Gegenstände sucht und irgendwo einsetzt, dann wird der DLC diese Meinung nicht ändern. Er macht mehr von dem, was Necrophosis ausmacht. Nur kompakter. Das ist gut, wenn man genau diese Atmosphäre mochte. Das ist weniger gut, wenn man gehofft hat, dass Subconsciousness spielerisch nochmal eine Schippe drauflegt. Tut es nicht. Es kratzt eher an derselben alten Wunde und schaut, ob darunter noch ein neues Symbol liegt.

Necrophosis Subconsciousness Screenshot

Für wen lohnt sich das DLC

Necrophosis Subconsciousness lohnt sich vor allem für Leute, die das Hauptspiel wegen seiner Welt, seiner Stimmung und seiner kaputten Schönheit mochten. Wenn du nach Necrophosis dachtest, ich will noch einmal in diesen verwesenden Kunstkeller zurück, dann liefert der DLC genau das. Wenn du aber schon beim Hauptspiel dachtest, schöne Bilder, aber spielerisch passiert mir hier zu wenig, dann wird dich Subconsciousness nicht bekehren. Das DLC ist kein großer Neustart, sondern ein Zusatzkapitel. Eine kurze, düstere Ergänzung für Leute, die mehr Atmosphäre wollen und nicht unbedingt mehr Gameplay. Man muss also ehrlich sein. Necrophosis Subconsciousness ist nicht das DLC, das aus einem Nischenspiel plötzlich einen Allrounder macht. Es bleibt Nische. Aber immerhin eine Nische mit sehr guter Beleuchtung und sehr schlechten hygienischen Zuständen.

Necrophosis Subconsciousness Screenshot

Fazit – Wenn der Kopf noch nicht genug gelitten hat

Necrophosis Subconsciousness ist eine kurze, atmosphärisch starke Erweiterung zu einem Spiel, das sowieso mehr von seiner Optik und Stimmung lebt als von komplexem Gameplay. Der DLC liefert neue surreale Orte, starke Bilder und diese unangenehme Ruhe, die Necrophosis so besonders macht, bleibt aber spielerisch simpel und endet genau dann, wenn man gerade tiefer einsteigen möchte.

Wer Necrophosis mochte, bekommt mit Necrophosis Subconsciousness einen passenden Nachschlag aus Symbolik, Verfall und kosmischem Kopfschmerz. Wer mit dem Hauptspiel nichts anfangen konnte, wird hier aber auch nicht plötzlich zum Priester der Knochenkirche.

Unsere Wertung
7
Grafik 9
Sound 8
Gameplay 6
Umfang 5
Fazit
Necrophosis Subconsciousness ist ein sehr atmosphärischer DLC, der vor allem mit seiner kaputten Kunst, seiner surrealen Stimmung und seinem ekelhaften Charme punktet. Spielerisch bleibt das Ganze aber ziemlich dünn und kurz, weshalb es eher für Fans des Hauptspiels lohnt als für Leute, die hier plötzlich ein großes Horror Puzzle Brett erwarten.
TAGGED:NecrophosisNecrophosis DLCNecrophosis SubconsciousnessPCPlaystationReleaseReviewSTeamSubconsciousnessTestUpdateXbox
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Eyüp Murat
vonEyüp Murat
Ich bin der Eyüp und ich stehe total auf Gaming. Vor allem bin ich ein großer Retro und Nintendo Fan. Zu dem bin ein Weeb und stehe halt auf Anime und Manga.
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