HellSlave II Judgment of the Archon schickt uns wieder mitten in eine Welt, die aussieht, als hätte jemand Fantasy, Hölle und schlechte Laune in einen Topf geworfen und danach vergessen, den Herd auszumachen. Entwickelt wird das Spiel von Ars Goetia, veröffentlicht wird es von Dear Villagers. Der Release ist aktuell für 2026 geplant, ein ganz genaues Datum steht noch nicht fest. Erscheinen soll HellSlave II Judgment of the Archon für PC über Steam.
- Der Weltuntergang mit Terminproblem
- Kampf mit Uhr im Nacken
- Klassenwahl oder die Kunst sich falsch aber überzeugt zu entscheiden
- Loot bis der Inventar Bildschirm schwitzt
- Optik wie ein Comic der schlechte Träume sammelt
- Demo Eindruck mit Haken aber ohne Beinbruch
- Fazit – Die Hölle ist noch nicht fertig aber sie macht schon einen guten Eindruck
Nach dem ersten HellSlave wirkt der Nachfolger nicht wie ein kleiner Aufguss, sondern eher wie der Versuch, das alte Grundgerüst einmal ordentlich durch den Dämonen Fleischwolf zu drehen. Mehr Freiheit, mehr Builds, mehr Loot, mehr taktische Entscheidungen und eine Welt, die nicht nur düster aussieht, sondern sich auch ziemlich kaputt anfühlt. Also genau der richtige Ort für alle, die bei einem Rollenspiel gerne erst fünf Minuten über einen Handschuh nachdenken, bevor sie einem Monster eins auf die Hörner geben.
Der Weltuntergang mit Terminproblem
Die Geschichte klingt angenehm dramatisch. Nach tausenden Jahren voller dämonischer Kriege liegt die Welt komplett am Boden. Sechs Dämonenfürsten haben genug Chaos angerichtet, dass selbst der Himmel langsam keine Lust mehr auf diesen ganzen Schlamassel hat. Also wird der Archon of Judgment losgeschickt. Und der kommt nicht vorbei, um einmal nett durchzufegen. Der will die Welt einfach komplett auslöschen.
Das ist natürlich eher unpraktisch, wenn man selbst noch in dieser Welt herumläuft. Also bleibt nur eine Lösung. Die Dämonen müssen weg, bevor der himmlische Abrissdienst alles plattmacht. HellSlave II Judgment of the Archon setzt damit auf eine klassische, aber wirksame Ausgangslage. Die Welt ist am Ende, du bist nicht gerade optimal vorbereitet und irgendwo wartet ein übermächtiges Wesen darauf, den Reset Knopf zu drücken.

Das ist keine neue Idee, aber sie passt sehr gut zu diesem dreckigen Dark Fantasy Ton. Hier wirkt nichts sauber, sicher oder gemütlich. Alles sieht nach Verderben aus. Selbst normale Orte fühlen sich an, als hätte man besser ein zweites Paar Schuhe und eine Lebensversicherung eingepackt.
Kampf mit Uhr im Nacken
Spannend wird HellSlave II Judgment of the Archon vor allem beim Kampfsystem. Es ist rundenbasiert, aber nicht einfach nur du haust, Gegner haut, du haust wieder. Aktionen kosten Zeit. Eine schnelle Fähigkeit bringt dich früher wieder an die Reihe, ein schwerer Angriff kann dafür mehr Schaden machen, dich aber auf der Zeitleiste weiter nach hinten werfen.
Dadurch entsteht ein schöner taktischer Druck. Man überlegt nicht nur, welcher Angriff gerade am meisten Schaden macht, sondern auch, wann man danach wieder handeln darf. Manchmal ist ein kleiner schneller Schlag besser als der große Dämonen Dosenöffner, der zwar schön knallt, aber danach so lange Erholung braucht, dass der Gegner in Ruhe seinen halben Familienfluch vorbereiten kann.

Genau hier könnte HellSlave II Judgment of the Archon seine stärkste Seite haben. Das Spiel scheint Spieler belohnen zu wollen, die Builds wirklich verstehen und nicht nur stumpf auf höhere Zahlen klicken. Timing, Effekte, Zustände, Schilde, Schaden über Zeit und Ausrüstung greifen ineinander. Das klingt nach einem System, bei dem man irgendwann stolz auf eine völlig kranke Kombination schaut und denkt ja gut, moralisch fragwürdig, aber effektiv.
Klassenwahl oder die Kunst sich falsch aber überzeugt zu entscheiden
Zu Beginn wählt man grob zwischen Krieger und Magier. Später verzweigt sich das Ganze in mehrere Klassen und Spezialisierungen. Dabei geht es nicht nur darum, ob man lieber draufhaut oder Dinge anzündet. HellSlave II Judgment of the Archon scheint stark auf Build Freiheit zu setzen. Talente, aktive Fähigkeiten, passive Boni und Ausrüstung sollen zusammen entscheiden, wie man sich durch diese Höllenlandschaft prügelt.
Interessant ist dabei auch, dass Respeccing in der Demo recht freundlich behandelt wird. Das ist wichtig. Denn solche Spiele leben davon, dass man experimentiert. Niemand will nach zwei Stunden merken, dass der eigene Build ungefähr so gefährlich ist wie ein nasser Lappen mit Selbstzweifeln. Wenn man Fähigkeiten neu verteilen und verschiedene Konfigurationen ausprobieren kann, wird aus Frust eher Spieltrieb.


Gerade für Fans von Diabloartigen Loot Schleifen, Dungeon Crawlern und taktischen Rollenspielen könnte das sehr reizvoll werden. HellSlave II Judgment of the Archon will offensichtlich nicht einfach nur ein düsteres RPG sein. Es will ein Bastelkasten für Leute sein, die beim Wort Synergie nicht sofort weglaufen.
Loot bis der Inventar Bildschirm schwitzt
Der Loot spielt ebenfalls eine große Rolle. Waffen, Rüstungsteile und Schmuck kommen nicht einfach nur mit besseren Werten, sondern mit Effekten, die Builds verändern können. Lebensraub, Konter, Elementarschaden, Status Effekte und andere Boni können dafür sorgen, dass ein neuer Gegenstand nicht nur stärker ist, sondern eine komplette Spielweise verändert.
Das ist genau die Sorte Loot, die gefährlich werden kann. Eigentlich will man nur kurz schauen, ob der neue Ring besser ist. Drei Minuten später sitzt man da, vergleicht Werte, denkt über Gift Synergien nach und hat vergessen, warum man überhaupt in diesen Dungeon gegangen ist. Wenn HellSlave II Judgment of the Archon diese Spirale sauber trifft, kann daraus ein sehr motivierender Kern entstehen.

Wichtig wird aber sein, dass das Spiel dabei nicht zu unübersichtlich wird. Viel Loot ist gut. Zu viel belangloser Loot ist Arbeit. Die Demo macht hier den Eindruck, dass viel Potenzial vorhanden ist. Ob das über viele Stunden trägt, muss die finale Version zeigen.
Optik wie ein Comic der schlechte Träume sammelt
Optisch setzt HellSlave II Judgment of the Archon auf einen handgezeichneten Stil mit viel Schatten, harten Kontrasten und diesem schweren Dark Fantasy Look. Es sieht nicht glattpoliert aus, sondern bewusst dreckig, verzerrt und unangenehm. Das passt zur Welt. Hier soll man sich nicht wie auf einem netten Abenteuer fühlen. Hier soll man denken, dass jeder Keller direkt in einen Bosskampf führen könnte.
Die Mischung aus Top Down Erkundung und First Person Kämpfen ist ebenfalls interessant. Beim Erkunden läuft man durch die Welt, in Kämpfen steht man den Gegnern direkt gegenüber. Das gibt den Monstern mehr Präsenz und erinnert etwas an klassische Dungeon Crawler, nur eben mit modernerem Aufbau.

Ein kleiner Kritikpunkt aus den bisherigen Eindrücken bleibt aber hängen. Manche Elemente wirken noch nicht ganz rund. Besonders Bewegung, Tempo und Animationen könnten bis zum Release noch Feinschliff gebrauchen. Wenn man viel erkundet und kämpft, darf sich der Weg zwischen zwei spannenden Momenten nicht anfühlen wie ein Spaziergang durch Sirup.
Demo Eindruck mit Haken aber ohne Beinbruch
Die Demo von HellSlave II Judgment of the Archon zeigt offenbar ein starkes Fundament, aber auch noch typische Baustellen. Das Kampfsystem, die Build Vielfalt und die Atmosphäre machen bereits einen interessanten Eindruck. Gleichzeitig gibt es Punkte wie Backtracking, wiederholte Gegner, langsames Erkunden und nicht immer perfekte Präsentation, die noch verbessert werden sollten.
Das klingt aber nicht nach einem Spiel, das grundsätzlich falsch abbiegt. Eher nach einem Spiel, das weiß, was es sein will, aber noch etwas an Komfort und Tempo arbeiten muss. Und genau dafür ist eine Demo ja da. Wenn die Entwickler das Feedback ernst nehmen, könnte aus HellSlave II Judgment of the Archon ein ziemlich spannender Titel für Fans von düsteren Rollenspielen werden.

Vor allem schön ist, dass das Spiel nicht einfach nur auf Atmosphäre setzt. Es hat mechanisch etwas zu sagen. Es will, dass man seine Figur baut, umbaut, optimiert und auch mal komplett ruiniert, nur um danach wieder schlauer zu werden. Das ist deutlich interessanter als ein RPG, das nur böse guckt und sonst nichts kann.
Fazit – Die Hölle ist noch nicht fertig aber sie macht schon einen guten Eindruck
HellSlave II Judgment of the Archon wirkt aktuell wie ein vielversprechender Nachfolger, der mehr will als nur nochmal Teil eins mit neuer Tapete zu sein. Das Kampfsystem mit Zeitmanagement, die vielen Build Möglichkeiten, der düstere Stil und der starke Fokus auf Loot könnten am Ende genau die richtige Mischung für Spieler ergeben, die gerne taktisch planen und trotzdem ordentlich Dämonen verkloppen wollen.
Noch ist aber nicht alles sauber geschliffen. Tempo, Erkundung, Gegner Abwechslung und Komfort müssen bis zum Release 2026 noch zeigen, ob sie über die gesamte Spielzeit tragen. Trotzdem hat HellSlave II Judgment of the Archon schon jetzt etwas, das viele kleinere RPGs nicht haben. Eine klare Identität. Es sieht böse aus, spielt sich taktisch und hat genug Build Wahnsinn im Gepäck, um interessant zu bleiben.
Kurz gesagt. Wer Lust auf einen finsteren Dungeon Crawler mit vielen Zahlen, vielen Dämonen und vermutlich viel zu langen Inventar Entscheidungen hat, sollte HellSlave II Judgment of the Archon im Auge behalten. Die Hölle ist noch nicht ganz geöffnet, aber man hört schon, wie drinnen jemand sehr laut an den Ketten rüttelt.
