Sony hatte angekündigt, Disc-Laufwerke ab 2028 aus PlayStation-Konsolen zu verbannen. Die Reaktion der Gaming-Community fällt vernichtend aus: In einer Umfrage des Portals IGN lehnten 90,2 Prozent von über 13.000 Befragten eine rein digitale Gaming-Zukunft ab. Selbst Brands wie KFC und Domino’s sowie bekannte Comedian haben sich über die Entscheidung lustig gemacht.
Die Auswirkungen gehen über die aktuelle PS5 hinaus. Analysten gehen davon aus, dass auch die PS6, die voraussichtlich Ende 2028 starten wird, ohne Disc-Laufwerk auf den Markt kommt. Microsoft soll beim kommenden Xbox-Modell „Project Helix“ ähnlich vorgehen, entwickelt aber derzeit Lösungen zur Digitalisierung physischer Spiele. Nintendo scheint hingegen weiterhin auf klassische physische Medien zu setzen.
Finanzielle Gründe überwiegen Kundenwünsche
Sid Shuman, Senior Director bei Sony Interactive Entertainment, begründete die Entscheidung damit, dass dies „eine natürliche Reaktion auf Veränderungen in den Konsumpräferenzen“ sei. Sony argumentiert, dass die digitale Verteilung bei den PlayStation-Nutzern deutlich an Bedeutung gewonnen hat.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Analyst Piers Harding-Rolls von Ampere Analytics verweist darauf, dass sich das Verhältnis drastisch verschoben hat. 2013 beim PS4-Start lag der digitale Anteil bei Spielekäufen für PlayStation-Konsolen noch bei 13 Prozent. 2025 waren es bereits fast 80 Prozent. Dieser Trend wird sich nach Einschätzung von Experten weiter verschärfen.
Dahinter steckt jedoch auch ein handfestes wirtschaftliches Interesse: Bei physischen Spielen erhalten Publisher etwa 50 Prozent des Verkaufspreises. Im PlayStation Store behält Sony 30 Prozent, Publishers erhalten 70 Prozent. Durch den Wechsel zu 100 Prozent Digital ab 2028 erhöhen sich die Gewinne erheblich. Hinzu kommt, dass der Verzicht auf Disc-Laufwerke die PS6 in der Produktion günstiger machen könnte.
Trotz massiven Protests von Spielern und Online-Petitionen deutet alles darauf hin, dass Sony an der Entscheidung festhalten wird. Die Börse reagierte positiv auf die Ankündigung. Für Fans von physischen Spielen ist der Zeitpunkt kritisch: Ohne stärkere Nachfrage nach Disc-Versionen dürfte es kein Zurück mehr geben.
